Road to..

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30/07/2016 von zweiteralpiner

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…Inferno. Der Weg zur Hölle führt über Polen. Für mich zumindest, denn wenn man einen sehr langen Triathlon mit vielen Höhenmetern machen möchte, sollte man vorher ein paar Multisportevents im Sack haben. Mein Körper erinnert sich leider nicht total gut an dieses „Triathlon“, dummes Ding – schließlich hatte ich doch schon unzählige Sprints in Regional- und 2. Bundesliga intus (wenn auch ein paar Jahre her)! Woran der Körper sich jedoch erinnert, ist, dass Schwimmen und Radfahren nicht so mein Ding ist. Beides ist eben nicht laufen. Der Plan also, der Überleben garantieren sollte: Schwimmen und Radfahren, in möglichst schönen Umgebungen. Gesagt, getan. Viel geradelt, ja auch geschwommen (für meine Verhältnisse zumindest und mit dem ganzen anderen Quatsch, den man ja auch noch in seinen Tag quetschen muss, gar nicht so übel).

Triathlon: Multisportübungen

Dann noch wettkämpfen üben: Nach einen Duathlon (schon mal gemacht), einer olympischen Distanz (schon dreimal gemacht) und einem SwimRun (Premiere!) stand dann meine erste Mitteldistanz auf dem Programm. Die Wahl fiel auf die Challenge Poznan, die einen echt guten Eindruck machte und zeitlich und geographisch praktisch lag. Denis als alter Triathlon-Fuchs hat dann alles am Rad zusammengebastelt und mir wertvolle Tipps gegeben: viel Essen, nicht so losballern, Strecken vorher gut anschauen, viel trinken, keine Experimente und neues Equipment, nicht jeden Zopf versuchen zu überholen, kein Windschattenfahren. Auch Marias Tipps, die gerade ihre erste MD hinter sich hatte, waren der Hit 🙂 Die Strecke – 2 km schwimmen durch den Maltasee schön im Rechteck, 90 Rad relativ flach, Laufen leicht kupiert über 21km auf unterschiedlichen Untergründen – schien auch ganz ok.

Challenge Posen – Mitteldistanz mit Hindernissen

Bei schwülwarmen 29 Grad fühlte ich mich deshalb ganz gut vorbereitet. Die MD-Premiere startete mit dem Schwimmen im Neo (Tri 11 efficient 2.0). Die Pelle passte ganz gut und so floatete ich sanft durch polnische Gewässer. Nach 100 m haute mir dann ein dicker Wal aus meiner Startgruppe die Schwimmbrille von der Nase, ein paar Meter weiter bekam ich einen Kick gegen das Bein und der Chip löste sich. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten „lief“ es dann ganz gut und der Wechsel (übt den Wechsel!) klappte auch relativ reibungslos. 300 m Rad den Berg hochschieben und ab ging es auf 90 km Rad. Davor hatte ich Angst, die Aeroposition macht mir bei langen Strecken zu schaffen. Auf den zwei Runden, die mir aufgrund langer Geraden vor allem im Kopf viel abverlangten, erwies sich die Hintour als Gegenwindstrecke. Es rollte so gar nicht. 29 km/h. Schwere Beine, nervige Männer, die überholten und dann nicht wegkamen, öde Gegend. Der Rückweg war dann die helle Freude mit Rückenwind, mehr Bergabstücken und der Passage durch die Stadt – all das machte de Gesamtschnitt auch ein wenig erfreulicher. Größere Probleme und Fehler sollten erst noch kommen…

Laufen: mein Ding, komm wir rennen extra-Kilometer!

Denis erwartete mich am Wechselpunkt zum Laufen mit einem freudigen „jetzt kommt dein Ding!“. Nun ja, stimmt ja eigentlich: Laufen! Endlich! Als erstes vergaß ich meine Radhose, die ich mir über den Einteiler gezogen hatte, auszuziehen. Das musste ich dann auf der Strecke nachholen, was meinen grad aufgenommenen Rhythmus gleich wieder zerstörte (und von meiner Hose fehlt bis heute jede Spur… :(). Die Beine, naja, eingerostet, die Knie puckerten und nach knapp drei Stunden Aeroposition funktionierte die Atmung auch noch nicht so richtig. Nach zwei Kilometern begann es dann endlich zu rollen (Schuhwahl: great Asics GT 2000, mein Wohnzimmer), mit einem 4:40 -4:50er-Schnitt war ich sehr zufrieden und musste mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dann kam auch endlich der Teil im Triathlon, der mir kopfmäßig auch immer gut in Erinnerung geblieben war: Leute überholen, en masse! Durch Brücken, leichte bergan-Passagen, sandige Abschnitte und einen sehr warmen und schwülen Nachmittag hatte ich gute Bedingungen, um Plätze gutzumachen. Sehr zuversichtlich auch die Prognose von Denis: 2. Platz AK, ich sollte höchstens bei etwa 5:15 h landen. Dann passierte etwas, was eigentlich nicht passieren darf: ich ließ mich falsch schicken. Anstatt auf die zweite Runde zu gehen, sandte mich ein Streckenposten Richtung Innenstadt. Auf einmal lief ich nach 13 km  und dem Schlussanstieg (fast) durch den Zielbogen. Nach einer Minute Diskussion mit dem Referee, wo ich denn hinmüsse, mir fehlten schließlich noch mehr als 7 km, wurde ich etwas 900 m zurück geschickt. 900m! Bergab! Jetzt musste ich die Beine in die Hand nehmen. Als ich dann, zurück auf der Strecke, jedoch Athleten traf, die ich ganz am Anfang der Laufpassage überholt hat, ERNEUT traf, gingen in meinem Kopf alle Schotten runter. Hammer! Kein Bock mehr! Am liebsten aufhören, hinsetzen, jetzt tat mir alles weh. Während dieser Gedanken bin ich ein Glück weitergelaufen und hab ein bisschen geheult 🙂 und dann ging es schon wieder. Die Wut, dass so was Bescheuertes passiert, hat mir wenigstens die nächsten zwei Kilometer weitergeholfen. Dann wurde es einfach nur noch schwer, denn anstatt entspannt den Halbmarathon voll zu machen, wollte ich wenigstens noch retten, was zu retten war. Für den zweiten Platz AK hat es dann nicht mehr ganz gereicht, immerhin konnte ich von vier wieder auf 3 vorlaufen. Im Ziel war dann erst Mal ein verwirrter Denis, der dachte, irgendwas sei passiert oder der Mann mit dem Hammer hatte mich erwischt. Ich musste aus Frust erstmal Eis, Burger und Pizza essen und dem Referee erklären, warum ich zwei Zielzeiten habe und auch einige Zeitpunkte der Langdistanz auf meiner Sammlung habe 🙂 Das ganze Essen, Denis, die tollen Leute, ein Kaffee und die Siegerehrung haben mich dann wieder beruhigt. Und gelernt hab ich ja auch wieder etwas: never trust the Streckenposten. Denn ich hätte es eigentlich besser wissen müssen.

Fazit: Gute erste MD in 5:21 mit einem 23 km HM, toller Wettkampf in Poznan, qualifiziert für die Challenge WM in 2017, Schwimmen und Radfahren werden nie mein Ding werden, Nachmachen: ausdrücklich empfohlen.

 

 

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Inferno-Tri 3.1/97/30/25 5500Hm20. August 2016
been there, done that.
ÖTILLÖ 1000 Lakes 45/1023. Oktober 2016
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