Wie läuft sich eigentlich…

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30/03/2015 von Transalpiner

…das Elbsandsteingebirge?

In loser Folge bewerten wir Lauf- und Trainingsreviere in Deutschland und sonstwo.

Kurzum
Trailläufer finden im Elbsandsteingebirge alles, was es braucht: 100e Wegkilometer auf Singletrails, Wanderwegen, über Steintreppen, Klettersteige und Forststraßen. Man kommt gut hin und weg und findet genügend Übernachtungsmöglichkeiten, eine robuste und teilweise auch überraschend moderne Küche.

Lage und Reisezeit
Das Elbsandsteingebirge liegt 25 Bahnminuten südlich von Dresden und erstreckt sich beiderseits der Elbe zwischen der tschechischen Stadt Tetschen-Bodenbach und dem sächsischen Pirna – kurz 700 Quadratkilometer voll wilder Natur und einem heftigen Wechsel zwischen Schluchten, Ebenen und Bergen. Die höchste Erhebung im bundesdeutschen Teil des Gebirges, der Sächsischen Schweiz, ist der Große Zschirnstein (561 m), auf Böhmischer Seite schafft der Hohe Schneeberg satte 723 m.ü.M. Nicht nur wegen des stattlichen Naturparkanteils finden im Elbi viele seltene Tier- und Pflanzenarten ein (relativ ruhiges) Rückzugsgebiet. Kurzum: viel Landschaft auf einer relativ übersichtlichen Fläche.

Im Jahresmittel ist es recht kühl in der Sächsischen Schweiz, auf mittlerer Höhe liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei 7 bis 8 Grad. Die regenreichste Zeit ist im Sommer, insbesondere der Juli ist feucht und gewitterreich wohingegen der Winter meist eher schneearm ausfällt. Für den späten Frühling spricht die aufblühende Landschaft; der Herbst färbt das Elbi in den Ost-Indian-Summer. Ganzjährig gut ist, dass der Sandstein auch bei Nässe relativ griffig ist. Nur bei Eis heißt es aufpassen, wie überall. Ansonsten gilt – wie für alle anderen Gebirge auch – dass das Wetter wechselhaft sein kann.

Laufen/Trail
Tourimagnet war das Elb bereits zu Zeiten der deutschen Teilung. Bastei, Karl-May-Festspiele und Co. waren DDR-Kulturgut; Wandern um die Affensteine und Skifahren an den Hängen des Mitelgebirges auf ostdeutscher und tschechischer Seite legendär – schon als Kind wurde ich die damals endlos erscheinenden Stufen und Wege zur Felsenbühne Rathen oder auf die Festung Königstein rauf- und runtergeschlurrt. Heute bietet das Elbi, neben den teilweise überbesuchten Sehenswürdigkeiten, vor allem eines: Platz zum Spielen! Etwa 1200 Kilometer Wanderwege durchziehen das Gebirge wie ein enges Netz. Sowohl von der Schwierigkeit als auch von der Beschaffenheit von Wegen und Landschaft um diese Wege herum ist alles dabei. Man kann mit Rundwege oder Traills wählen, auf welchen nur wenig Up- und Downhill zu bewältigen ist. Oder sich richtig viele Höhenmeter einschenken. Man kann kurze Touren wählen, Tagestouren rennen oder mehrere Etappen laufen. Und das stets auf super ausgeschilderten Wegen. Eine Empfehlung, die an Profil, Wegebschaffenheit und Abwechslung so einges zu bieten hat, ist der Malerweg: wir planen für die 112 km 4 Tage ein. Und eignet sich super, um automones Trailrunning mit Zelt und Verpflegung zu üben für die größeren Touren in hochalpinen Gebieten.

Für Asphaltfreaks ist der Elberadweg zu empfehlen, der am Elbsandsteingebirge vorbeiführt. Die Strecke Dresden – Bad Schandau bringt es immerhin auf ultramäßige 52 Kilometer – und kann, wer noch mehr kann, auch gern bis Spindlermühlen in Tschechien oder Cuxhaven in der Nordspitze Niedersachsens weitergerannt werden…

Radfahren
Flach und schnell auf dem Elberadweg. MTB geht wohl auch gut: Selber haben wir das noch nicht gemacht, hörten aber auch für die Auslastung mit dem dickreifigen Spielgerät nur Gutes.

Wettkämpfen
Wir haben erst einen Wettkampf ausprobiert in der Gegend, der hattes es dann gleich ein wenig in sich, war gut organisert und ist daher zu empfehlen: die Panoramatour Sächsische Schweiz.

Hinkommen
Geht ganz gut, gell! Gerade für die Lebewesen nordöstlich des Weißwurstäquators und die Trailfreaks aus Mitteldeutschland ist das Revier wärmstens zu empfehlen. Denn egal ob mit der Bahn (zB über Dredsen nach Bad Schandau) oder mit dem Auto ist das Gebiet auf deutscher Seite gut zu erreichen. Das Elbi bekommt damit für uns ein doppeltes Regionalsternchen.

Wohnen & Essen
Die Infrastruktur kann sich sehen lassen mittlerweile. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und man bekommt alles in allen Qualitätsstufen. In der Böhmischen Schweiz sogar noch günstiger. Was uns nicht bekannt ist, sind Trainingszentren bzw. ausgewiesene Sportlerunterkünfte.

An dieser Stelle wollen wir das Hotel Großer Winterberg empfehlen. Mitten im Nationalpark, günstig, gut, Bio-Essen und -Getränke, nette Leute. Und am Fuß des Berges findet ihr noch eine Bio-Bäcker- und Brauerei. Prost!

Sonst noch
Neben der Lauferei mangelt es nicht an Alternativsport- und Kulturmöglichkeiten. Ganz besonders zu empfehlen: Paddeln auf der Elbe, Klettern, Boofen (in Höhen/Felsübersprüngen schlafen), Dresden besuchen!

Fazit-Fazit
Laufbar +++, Trailbar +++++, Fahrbar +++++, Essbar +++, Trinkbar +++++, Bezahlbar +++++, Erreichbar (aus Berlin und Mitteldeutschland) +++++!

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